(Curriculum des Sufi-Ordens - Lektion 3)
(Alle Texte in Kursivschrift sind, falls nicht anders vermerkt, Äußerungen von Hazrat Pir-o-Murshid Inayat Khan. Die Kommentare sind von Pir Vilayat Inayat Khan. Zitate der alten Sufis und anderer esoterischer Schulen sind als solche gekennzeichnet. Anweisungen zu Übungen, die zu den zitierten Worten gehören, folgen diesen unmittelbar.)
In der vorigen Lektion haben wir gesehen, daß die Vorstellung, die wir gewöhnlich von unserer persönlichen Identität haben, bewirkt, daß wir uns in Begrenztheit einkapseln und es versäumen, den Zweck unseres Lebens zu erfüllen: die göttliche Vollkommenheit, die unserem Wesen innewohnt, zu erkennen und zu entfalten. Die Methode, die Pir-o-Murshid empfahl, besteht darin, die größere Dimension unseres Wesens in unserer Teilhabe an der Totalität zu erforschen; dazu müssen wir die Gewohnheit überwinden, unserem Ichbewußtsein unsere Vorstellung des Universums (oder Gottes) als "andersartig" entgegenzusetzen. Dies nannten wir die "kosmische Dimension" unseres Wesens.
In dieser Lektion nun arbeiten wir mit einer anderen Dimension, wir wenden uns nach innen. Meditation wird sehr oft als "sich nach innen wenden" verstanden. Sie besteht jedoch nicht nur darin, sich nach innen zu wenden, sondern, wie wir gesehen haben, auch darin, unsere Reichweite zu entdecken und darüber hinaus - wie wir noch erforschen werden - unsere "transzendentale Dimension".
"Sich nach innen wenden" eröffnet eine unendliche Perspektive unseres Wesens, die Pir-o-Murshid in seiner esoterischen Lehre bezeichnenderweise besonders hervorgehoben hat. Im allgemeinen sind wir uns nur eines Bruchteils des Reichtums, der uns umgibt, bewußt.
Wenn ein Mensch den Ozean betrachtet, kann er nur den Teil davon sehen, der sich innerhalb seines Gesichtsfeldes befindet. So ist es auch mit der Wahrheit. (Bowl of Saki)
Wir sind auf der Suche nach uns selbst und nach unserer Beziehung zum Universum in all seinen Dimensionen, das wir uns in unserer Sehnsucht, die Bedeutung unseres Lebens zu verstehen, als Gott vorstellen.
Mit dem Reifwerden seiner Seele wünscht der Mensch, die Tiefe des Lebens zu ergründen. Er möchte die verborgene Macht in sich entdecken, er sehnt sich danach, Ursprung und Ziel seines Lebens zu kennen, er ist bestrebt, den Zweck und den Sinn des Lebens zu verstehen, er wünscht, die innere Bedeutung der Dinge zu begreifen, und er möchte all das enthüllen, was von Form und Namen verhüllt ist: er sucht nach der Einsicht in Ursache und Wirkung, er möchte das Mysterium von Zeit und Raum berühren, und er wünscht, das fehlende Glied zwischen Gott und dem Menschen zu finden - wo der Mensch endet und wo Gott beginnt. (Unity of Religious Ideals)
ÜBUNG
Lassen Sie uns an diesem Punkt in unserer Meditation beginnen und uns fragen, ob wir das Gefühl haben, daß wir es versäumen, die Bedeutung unseres Lebens und unserer Beziehung zu den Situationen der äußeren Welt zu erfassen.
Was der Mensch im allgemeinen kennt, ist die Welt, die er um sich herum sieht.... Was er versteht, ist, sich äußerlich auszudrücken und von dieser Sphäre so viel zu bekommen, wie er von sich aus bekommen kann.... Aber es gibt um sie herum noch etwas außer dem, was sie erkennen. (Mysticism of Sound)
Während wir uns diese Fragen stellen, überlegen wir, ob es nicht leichter wäre, für einige Momente eine Unterbrechung unseres normalen Lebensstils zu verlangen - ob wir es nicht versäumen, Bereiche von uns selbst zu erfassen, die man im allgemeinen nicht erfährt.
Wenn wir so sehr auf die Dinge der Erde eingehen, daß unser ganzes Leben von irdischen Dingen eingenommen wird, dann ist es ganz natürlich, daß wir für die Reichtümer in uns nicht empfänglich sind und daß wir von ihnen weit entfernt sind. (Social Gatheka, Art)
Indem wir einer Methode folgen, die auf den Anweisungen von Wesen basiert, die einen bedeutsameren Sinn des Lebens im allgemeinen und ihres Lebens formuliert haben, hoffen wir mit der Zeit mehr Einsicht in unser eigenes Leben zu gewinnen. Nachdem wir weitere Bereiche untersucht haben als in der vorigen Lektion, haben wir eine Ahnung bekommen, daß es im Inneren ein ganz eigenes Gebiet zu erforschen gibt.
Sein Leben lang wandert man auf der Suche nach etwas, das nur in einem selbst zu finden ist. (Gatheka 11)
Anstatt es in seinem Inneren zu finden, will er es immer außen finden. (Social Gatheka, The Power of the Word)
Bevor wir uns das genauer ansehen, wollen wir uns im klaren darüber sein, was wir unter "sich nach innen wenden" verstehen.
Im allgemeinen geht man davon aus, daß alles, was außerhalb des durch die Haut begrenzten Körpers liegt, die "Welt" ist, während das, was innerhalb dieser Haut liegt, "ich" ist. Sich nach innen zu wenden kann jedoch nicht einfach auf das Gewahrwerden dessen, was im eigenen Körper geschieht, beschränkt werden. Außerdem ist es eine falsche Vorstellung zu denken, der mind sei "im Körper", im Gehirn.
Für einen materiellen Menschen bedeutet "innen" innerhalb des Körpers. In Wirklichkeit bedeutet "innen" nicht nur innerhalb, sondern auch außerhalb des Körpers. Dies kann man an dem Licht einer Lampe sehen: das Licht ist sowohl in der Lampe als auch außerhalb der Lampe. Genauso ist es mit der Seele: sie ist innen und auch außen. Ebenso der mind, er ist innen und außen, er ist nicht auf das Innere des Körpers beschränkt. (Mental Purification)
Was Pir-o-Murshid mit "innen" meint, bezieht sich nicht auf den dreidimensionalen Raum, der ein Merkmal der Begrenztheit unseres mittelmäßigen Begriffsvermögens ist.
Man könnte denken, "in uns" bedeute: in unserem Körper, aber das liegt daran, daß der Mensch sich selbst nicht kennt. Der Mensch hat eine sehr armselige Vorstellung von sich, und das hält ihn unwissend in bezug aufsein wirkliches Selbst. Wenn der Mensch nur wüßte, wie groß, wie weit, wie tief, wie hoch sein Wesen ist, dann würde er anders denken, handeln und fühlen. Aber bei all seiner Weite, Tiefe und Höhe -wenn der Mensch sich ihrer nicht bewußt ist, ist er so klein, wie er zu sein glaubt. (In an Eastern Rosegarden)
Es gibt einen anderen Raum, in dem dieser Raum enthalten ist. (Supplementary Papers, Metaphysics)
Auch in uns ist Raum; der innere Raum erstreckt sich in eine andere Richtung. (Smiling Forehead)
(l.) Das läßt sich durch unsere Traumwelt veranschaulichen:
In der physischen Welt sind Sie hier, und alles ist außerhalb von Ihnen; Sie sind im Raum enthalten. Im Traum ist all das, was Sie sehen, in Ihnen enthalten.
Wir erfahren diese Welt desmindsogar, während wir wach sind, aber der Kontrast zwischen der inneren und der äußeren Welt macht die äußere Welt konkret und die innere Welt abstrakt. (Metaphysics)
(2.) Darüber hinaus umfaßt es Ereignisse, Begebenheiten.
(3.) Es beinhaltet auch, was hinter unseren Problemen abgespielt wird und was oft durch unsere Einschätzung unserer Probleme verdeckt wird.
(4.) Ganz besonders gilt es für das Potential unserer Psyche, deren äußeres Gesicht unser Selbstbild, unsere Identität ist.
(5.) Intuitive Ahnungen.
(6.) Kreative Imagination - Inspiration.
Da wir so daran gewöhnt sind, die Objekte in der Welt für getrennt zu halten, fallt es uns schwer, uns vorzustellen, daß alles mit allem verbunden sein und sich gegenseitig durchdringen könnte (wie Radiowellen oder - wenn das möglich wäre - ein Stück Papier, das so zusammengeknüllt ist, daß jeder Teil mit jedem anderen in Kontakt ist).
Daß die Welt je nach der Perspektive, die man einnimmt, verschieden erscheint, ist eine Theorie in der Physik. Dr. David Bohm setzt unserer gewöhnlichen Sichtweise, in der die Dinge, wie er es beschreibt, als "entfaltet" wahrgenommen werden (wie ein Stück Papier), den "eingefalteten" Zustand entgegen (explizit gegenüber implizit).
Jeder Teil des Hologramms ist ein Bild des ganzen Objekts. Das Licht aus allen Teilen des Raumes enthält Information über den gesamten Raum. Jeder Teil enthält daher Information über das gesamte Objekt... Information über das Ganze ist in jeden Teil des Bildes eingefaltet. Information über das ganze Objekt ist in jeden Teil des Raumes dynamisch eingefaltet; im Bild wird die Information dann entfaltet. (David Bohm, Unfolding Meaning, S. 10)
Die Ordnung der Welt als eine Struktur von Dingen, die im wesentlichen außerhalb voneinander sind, ist sekundär und ergibt sich aus der tieferen impliziten Ordnung. Die Ordnung der Elemente, die außerhalb voneinander sind, -würde man demnach als die entfaltete oder explizite Ordnung bezeichnen. (ibid., S. 13)
So zeigen sich alle Aspekte des mind und falten sich gegenseitig ein und transformieren sich durch Einfalten und Entfalten. Der Weg ist eröffnet für eine Weltsicht, in der mind und Materie durchweg im Zusammenhang gesehen werden, ohne daß man eine reduktionistische Haltung einnimmt. Vielleicht beruhen sie beide auf einem größeren gemeinsamen Ursprung, oder vielleicht sind sie nicht wirklich verschieden voneinander. (S. 19) Der Zustand des Ganzen ist derart, daß er die Teile ordnet. (S. 7)
Es ist für den Meditierenden ermutigend zu sehen, wie die Auffassungen von Hazrat Inayat Khan, die seine Sufi-Vorgänger bereits vorzeichneten, durch die Forschungsergebnisse eines modernen Physikers bestätigt werden.
Dieser dreidimensionale Raum spiegelt sich im Raum der inneren Dimension wider. Und was in der inneren Dimension existiert, spiegelt sich auch im dreidimensionalen Raum wider. Was der Mystiker im Raum sieht, ist in Wirklichkeit etwas, das innen ist, aber wenn er seine Augen öffnet, sieht er es vor sich.
Für den Mystiker ist alles miteinander verbunden. Es gibt keinen Zustand, der von einem anderen Zustand getrennt wäre. Ein Mechanismus funktioniert immer im Zusammenhang mit einem anderen Mechanismus, wie unterschiedlich und getrennt sie auch erscheinen mögen. Um Einsicht zu gewinnen, dringt der Mystiker in die Tiefe des gesamten Mechanismus des Universums ein.
An der Oberfläche erscheinen alle Dinge und Wesen getrennt voneinander; unter der Oberfläche nähern sie sich einander an, und auf der innersten Ebene werden sie alle eins ... Je mehr man sich der Wirklichkeit nähert, desto näher kommt man der Wahrheit. (The Smiling Forehead)
Diejenigen, denen die Einheit offenbart wird, sehen das absolute Ganze in den Teilen ... Aber jeder Teil ist verzweifelt über seine Trennung vom Ganzen... Sieh die Welt ganz in dir enthalten. Die Welt ist ein Mensch, und der Mensch ist eine Welt. (Shabistari, Gulshan-i raz)
Ist es dann nicht Berauschtheit seitens des Menschen, zu behaupten, er sei ein Individuum, getrennt von allen anderen, und sich für ein einzelnes Wesen zu halten, während er schon in sich viele ist? (Sangithas II)
ÜBUNG
Während Sie mit offenen Augen ausatmen, können Sie die Objekte als getrennt voneinander wahrnehmen, zum Beispiel die Bäume. Nun schließen Sie die Augen und stellen Sie sich einen Wald vor, in dem alle Bäume, vom Wind in eine Richtung gebogen, als unterschiedliche Ausdrucksformen einer ihnen zugrunde liegenden Wirklichkeit erscheinen. Oder Bienen als die Ausdrucksformen der globalen Realität des Bienenschwarms. Oder Blasen als vergänglicher Ausdruck von Wasser.
Wenn ich meine Augen gegenüber der äußeren Welt öffne, fühle ich mich als ein Tropfen im Meer, aber wenn ich die Augen schließe und nach innen schaue, sehe ich, wie das ganze Universum sich als eine Blase im Ozean meines Herzens erhebt ... Die Blase ist klein gegenüber dem Ozean, und doch ist sie nicht von einem anderen Element als der Ozean.
Eine andere Metapher ist die Welle und das Meer. Diese Erkenntnis wird uns helfen, denn um zu verstehen, was wir mit Gott meinen, ist es hilfreich, uns als eine Welle im Meer zu betrachten.
Der Mensch ist ein Zustand Gottes, so wie die Welle ein Zustand des Meeres ist.
Anstatt den Gegensatz zwischen diesen beiden Perspektiven zu betonen, versuchen Sie jetzt, die Übereinstimmung zwischen ihnen zu erfassen, indem Sie, während Sie die äußere Welt betrachten, daran denken, daß sie ein Ausdruck dessen ist, was Sie nun als ihre tiefere Wirklichkeit erkannt haben. So mögen Sie eine Kommunion mit allen existierenden Dingen fühlen, anstatt sie als "andersartig" als sich selbst anzusehen.
Dieser Vorgang findet in zwei Richtungen statt: äußerlich, indem wir mit allem, was wir sehen, eins sind, und innerlich, indem wir in Verbindung sind mit dem einen Leben, das immerwährend ist, und uns in ihm auflösen und indem wir uns des einen Geistes bewußt sind, der die Existenz ist - die einzige Existenz.
Derjenige, der nach innen schaut, erkennt, wenn er nach außen schaut, daß alles, was innen ist, sich außen manifestiert. (Mental Purification)
Die einzige Weise, zu dem inneren Leben zu erwachen, das von größter Schönheit ist, besteht darin, zunächst für die äußere Schönheit empfänglich zu sein.
Lassen Sie uns nun versuchen diese beiden Dimensionen zu verbinden: die kosmische und die innere. Während Sie mit offenen Augen ausatmen, denken Sie daran, daß alles, was man in der Umgebung wahrnimmt oder was man sich in seinem gewöhnlichen Denken vorstellt, nur das ist, was an der Oberfläche einer Wirklichkeit erscheint, die Sie erfassen, während Sie mit geschlossenen Augen einatmen - einer Wirklichkeit, die so komplex ist und in der alles sich gegenseitig so durchdringt, daß man sie mit seinem gewöhnlichen Verstand nicht ergründen kann.
Während Sie einatmen, stellen Sie sich Radiowellen vor, die so kompliziert miteinander verwoben sind, daß wir sie niemals entschlüsseln könnten, und während Sie ausatmen, stellen Sie sich vor, daß sie durch unser Radio zu Tönen verarbeitet werden, die wir mit unserem gewöhnlichen Verstand begreifen. Zu diesem Zweck müssen sie reduziert werden. Was wir also vom Radio hören, ist ein reduzierter Ausdruck des immensen Reichtums der Audiosphäre.
Ein anderes Beispiel wäre die Art und Weise, wie eine Idee sich als eine Form gestalten kann: Während Sie ausatmen, stellen Sie sich vor, daß Sie an der Oberfläche eines Sees schwimmen und sich an dem Anblick der Seerosen erfreuen. Während Sie einatmen, denken Sie an das Netzwerk von Wurzeln in der Tiefe, dessen sichtbarer Ausdruck die Blüten sind. Ein noch besseres Beispiel wäre der genetische Code eines Samens.
So wie der Same ausreicht und in der Lage ist, eine neue Pflanze hervorzubringen, so ist der Mensch das Produkt aller Ebenen, der spirituellen und der materiellen, und doch scheint nur in ihm allein die ursprüngliche Intelligenz hervor, die die Ursache des Ganzen ist. (Sangathas)
Versuchen Sie also, die Tiefe unterhalb der Schwelle dessen, was Sie normalerweise erfassen, auszuloten. Dort erspähen Sie vielleicht den "verborgenen Schatz", den wir so gerne entschlüsseln möchten und der es, nach einem Hadith des Propheten Mohammed, "liebt, bekannt zu werden". Obwohl er durch Schlußfolgerungen aufgrund der Hinweise, die man wahrnimmt, bekannt ist - wenn auch unzulänglich -, mag man sich in das Geheimnis vorwagen, unter der Voraussetzung, daß man seine mittelmäßige Logik aufgibt und den mind über seine gewöhnliche, begrenzte Reichweite hinaus ausdehnt.
Die Sufis benutzen oft die Metapher des Spiegels.
Es gibt das Zitat eines großen Yogi, der sagt: "Um zu sehen, was vor dir ist, mußt du in dich hineinschauen." Das bedeutet, daß es in uns einen Spiegel gibt und daß es dieser Spiegel ist, der die innere Welt genannt werden kann. (The Inner Life)
Diese Illustration ist nicht ganz zutreffend, da das Bild im Spiegel ein Profil hat, während die Bilder in der Tiefe unserer Psyche wie Kirlianfotografien sind.
Formen, die man im Spiegel sieht, ebenso wie imaginäre Formen werden weder dem Spiegel noch der Imagination eingeprägt. Nein, sie sind "Körper in einem Schwebezustand" ... Diese nicht-räumlichen Formen in der Zwischenwelt haben Orte, wo sie erscheinen (epiphanische Orte), aber sie sind nicht ihnen enthalten. (Suhrawardi)
Der Vergleich ist allerdings insofern gültig, als man sie sich "außerhalb" des Körpers vorstellt.
Dieser Spiegel hat zwei Seiten, die in verschiedene Richtungen schauen. Die eine schaut nach innen, die andere nach außen. Das Geheimnis, mit ihm zu arbeiten, liegt darin, ihn auf der einen Seite zu verschließen, damit er die Spiegelung auf der anderen Seite aufnimmt. (Esoteric Papers)
In diesem Spiegel spiegelt sich alles, was vor einem ist. Wenn die Augen jedoch nach außen schauen, dann hat man dem Spiegel, der innen ist, den Rücken zugewandt, aber wenn die Augen nach innen gerichtet sind, dann sieht man in diesem Spiegel alles, was außen ist, gespiegelt. (Social Gathekas)
Pir-o-Murshid fügt eine weitere Metapher hinzu: die photographische Platte anstatt des Spiegels, denn der Eindruck eines Erlebnisses oder eines Freundes kann fest und dauerhaft werden (wie Gold), anstatt in einem "Schwebezustand" zu bleiben.
Diese Spiegelung hängt nur von dem Objekt ab, das sich vor ihm (dem Spiegel) befindet. Sobald das Objekt entfernt wird, verschwindet die Spiegelung. Die Reflexion auf einer photographischen Platte ist wie diese Spiegelung, aber sie wird zu einem Eindruck, der durch einen bestimmten Vorgang immind entwickelt werden kann.
Murshid sieht den Wert nicht nur im Bewahren der Quintessenz äußerer Eindrücke im Inneren, sondern darin, wie diese Bereicherung kreative Gedanken und die Entfaltung unserer Persönlichkeit in einem Vorgang von innen nach außen auslösen kann. Der Eindruck findet seine Erfüllung, indem er sich weiterentwickelt und zum Katalysator für unsere Kreativität wird.
Eine Reflexion auf einer photographischen Platte bleibt, aber sie lebt nicht. Die Reflexion im mind lebt und ist daher kreativ ... sie hilft uns, in uns selbst dasselbe zu schaffen. (Mind World)
Durch die Macht der bedingungslosen Liebe können wir unseren Freund in uns selbst finden, der sich in unserem eigenen Selbst entfaltet und so zu unserer Entfaltung beiträgt.
Das wirkliche Erwachen seines Mitgefühls geschieht an dem Tag, an dem er seinen Freund sieht und sagt: "Dies bin ich selbst." Dann ist das Mitgefühl erwacht, dann findet die Kommunikation im eigenen Selbst statt. (Mysticism of Sound)
PS: Diese Studien über das "Sich-nach-innen-Wenden" werden in Teil 2 fortgesetzt - Themen sind u.a.: der Umgang mit unserer Psyche, das Ego, der Identitätsbegriff, die Einschätzung von Problemen.