Die esoterische Schule ist der Zweig des Sufi-Ordens, der sich mit der Ausbildung und Anleitung der Schüler (Murids) befaßt. Wenn man in den Orden eingeweiht wurde, wählt man einen spirituellen Wegbegleiter (Guide), der die Übungen gibt, welche den Murid auf seinem spirituellen Weg unterstützen können. Diese Wahl ist freiwillig und auch das Praktizieren der Übungen stellt keine Verpflichtung dar, obwohl ohne dies ein Vorankommen in der geistigen Entwicklung eher dem 'Zufall' überlassen würde.

Einweihung auf einem spirituellen Pfad zeigt jemandes Verlangen an, sich einer spirituellen Schulung zu unterziehen. Diejenigen, welche nicht die Wahl treffen, diese formelle Verpflichtung einzugehen, sind doch vollständig eingeladen, an den Lehrveranstaltungen und Programmen teilzunehmen, die vom Sufi-Orden angeboten werden. Die anderen, welche sich entscheiden, ihr Engagement durch Einweihung hervorzuheben, nennt man Murids (Schüler).
Einweihung bedeutet lediglich einen Schritt vorwärts,
einen Schritt, der mit Hoffnung und Mut gegangen werden sollte,
denn ohne Hoffnung und Mut wäre es höchst schwierig,
irgendeinen Schritt vorwärts zu tun.
- Pir-o-Murshid Inayat Khan
Einweihung in den Sufi-Orden zeigt jemandes Aufrichtigkeit
beim Betreten des Sufi Weges, stärkt seine Kraft dazu und
erteilt dem Schüler einen Segen, der Fortschritt ermöglicht.
Diese Einweihung ist die Herstellung einer Verbindung des einzelnen
Sufi-Schülers mit der Kette der Meister und Lehrer, die sich
durch die Zeitalter zurück erstreckt. Die so gestaltete Verbindung
ist von lebenslanger Dauer und schmiedet ein feierliches Band,
ähnlich der Praxis der Taufe.
Man kann in den Sufi-Orden eingeweiht werden durch einen seiner
Repräsentanten. Die an Einweihung Interessierten werden ermutigt,
einen Repräsentanten zu wählen, für den sie tiefes
Vertrauen und Wertschätzung empfinden, denn diese Qualitäten
sind notwendig, um die angebotene Ausbildung zu ermöglichen.
Der Eingeweihte erhält spirituelle Übungen von seinem
Einweihenden, die dazu entworfen wurden, spirituelle Verwirklichung
zu befördern, die Entfaltung seines Wesens zu erleichtern
und den Herausforderungen und Anforderungen des Lebens begegnen
zu helfen. Die Übungen sind nicht verpflichtend, sondern
werden als ein Geschenk gegeben.
Die einzige Vorschrift, deren Einhaltung von in den Orden Eingeweihten
verlangt wird, ist eine Einschränkung über den Gebrauch
nicht-medizinischer Drogen. Es ist Pir Vilayats Überzeugung,
daß Drogen die Übungen und die spirituelle Ausbildung
stören können, die dem Schüler angeboten werden.
Ein Schüler im Sufi-Orden ist frei, sich in andere esoterische
Traditionen wie den Tibetischen Buddhismus, den Hinduismus oder
andere Sufi-Orden einweihen zu lassen. Es wird jedoch empfohlen,
daß ein Schüler seine täglichen Übungen von
nur einem Guide empfängt und den Guide des Sufi-Ordens bei
Übungen konsultiert, die aus anderen Orden oder Traditionen
herstammen. Die Absicht dabei ist, das Wohlergehen des Schülers
zu schützen, damit er nicht verwirrt wird durch Vermengen
von Praktiken, die miteinander unverträglich sein mögen.